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Der Schreiber Gottes

Jakob Lorber
(1800-1864)

 

                                               Wer war Jakob Lorber?

 

Jakob LorberAm linken Drauufer inmitten von Weinbergen in der Ortschaft Kanischa de Pfarre Jahring (untere Steiermark, heute Slowenien), wo der Vater Michael Lorber seine Bergholdengründe bewirtschaftete, wurde Jakob Lorber am 22. Juli 1800 geboren.
Und nicht zufällig - so darf man mit Bestimmtheit annehmen - wuchs er in einem armen, jedoch für Kunst und Religion offenen Haus in dieser ländlichen Umgebung auf. Von seinem Vater hatte er eine vielseitige musikalische Begabung geerbt und von ihm erhielt er auch die erste Ausbildung im Geigen-, Klavier- und Orgelspiel. Später, als Jakob das Gymnasium in Marburg an der Drau besuchte, verdiente er sich die nötigen Mittel dazu bereits als Organist in einer der Stadtkirchen. Sein Diplom als Hauptschullehrer erwarb er 1829 in Graz, der steiermärkischen Landeshauptstadt. Dort fand er aber keine entsprechende Anstellung, so daß er weiterhin intensive Musikstudien betrieb, komponierte, Gesangs- und Violinen-Unterricht gab und gelegentlich auch auf öffentlichen Konzerten spielte.
Während dieser Jahre schlug Jakob Lorber, seiner Neigung zu geistiger Vertiefung folgendend, aber auch den ,,Weg nach innen" ein und las u.a. Justinus Kerner, Jung-Stilling, Swedenborg, Jakob Böhme und Johann Tennhardt. Niemals aber trennte er sich von der Bibel, die ihm bis an sein Lebensende eine Quelle der Inspiration blieb.
Als ihm, der trotz seiner vielen Fähigkeiten doch nur von der Hand in den Mund lebte, endlich eine feste Kapellmeisterstelle an der Oper in Triest angeboten wurde und er im Begriff war, sich in den Dienst der Welt zu stellen, erhielt er seine Berufung zum "Schreibknecht Gottes":
Am frühen Morgen des 15. März 1840 - er hatte gerade sein Morgengebet verrichtet - vernahm er an der Stelle seines Herzens eine Stimme, die deutlich zu ihm sprach: "Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!"
Er ließ seine Reisevorbereitungen im Stich, setzte sich mit Griffel und Papier zurecht und schrieb gehorsam alles nieder, was ihm die geheimnisvolle Stimme diktierte. Es war die Einleitung zu seinem ersten Werk ,,Die Haushaltung Gottes": ,,So spricht der Herr für jedermann, und das ist wahr und getreu und gewiß: Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen. Jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen. Und wer Mich aller Welt vorzieht, Mich liebt, wie eine Braut ihren Bräutigam, mit dem will Ich Arm in Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie einen Bruder den anderen Bruder, und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe er noch war."
In dieser Stunde des ersten Diktats vom Herrn brach das Unerwartete und Unerhörte in Jakob Lorbers Leben vehement herein. Während der nächsten 24 Jahre unterbrach er nur selten noch seine vom Verstand aus unbegreifliche Tätigkeit. Er schrieb meist täglich mehrere Stunden ununterbrochen, ohne in Büchern nachzuschlagen, und ohne die vielfachen Kenntnisse, die ihm durch das Innere Wort aus der Feder flossen. Sein Leben wurde ab der Zeit einzig vom Gehorsame gegenüber dieser inneren Stimme erfüllt.
 
 
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